Kuhweiden
Seine Kuhweiden hatte der Bauer mit Stacheldraht und Pflöcken eingezäunt. Ein Milchviehbetrieb verwendet ganz andere Abgrenzungen als ein Hof mit Ackerbau. Obwohl nicht alle Bloherfelder Kühe im Herdenbuch eingetragen waren, hätte er doch Ärger bekommen, wenn seine Jungbullen die benachbarten Kühe besucht hätten. Heute werden alle Tiere mit Nummern, gelben Ohrmarken sowie Halsbändern mit Sensoren und individuellen Daten markiert. Auch früher trugen sie kleine metallene Ohrmarken. Damals, als er noch ein junger Mann war, nahm er die stierigen Kühe am Halsband und führte sie die Straße entlang zum Bullenhalter. Aber seit den siebziger Jahren werden die Kühe nicht mehr gedeckt, sondern künstlich besamt. Diese Wiese ist von Wallhecken umgeben, die unter Landschaftsschutz stehen. Als vor zwei Jahrhunderten die Heide kultiviert und privatisiert wurde, kennzeichneten die Besitzer ihre Grundstücke durch Bepflanzungen. Zwischen den Wallhecken wuchsen Brombeersträucher, die man für die Begrenzungen der Viehweiden nutzte bevor der Stacheldraht erfunden war. Das Pflegen von Wallhecken bedeutete mit dem Leiterwagen viel Arbeit, inzwischen benutzt er zur Hege seiner Bäume Traktor, Frontlader und Motorsäge.