Lebensmittel
Seine Frau glaubt, dass dieser Baum krank ist. Aber Birken sind wie Unkraut, sagt der Bauer, die wachsen schnell. Diese Strasse ist Ende der vierziger Jahre angelegt und bepflanzt worden. Auf beiden Seiten baute man Häuser, und in den fünfziger Jahren sind hier die Kinder deutscher Flüchtlinge und Neusiedler groß geworden. Wo diese Birke heute steht, endete damals der Feldweg. Pferdewagen mussten dort auf der Wiese umdrehen und Richtung Postenweg zurückkehren. Damals standen in der Sackgasse nur zwei Häuser mit kleinen Ställen für die Schweine, Ziegen und eine Kuh. Man baute Roggen an und backte daraus Schwarzbrot. Einmal im Jahr gab es die Möglichkeit, kleine Mengen Roggen kostenlos zu dreschen. Die Dreschmaschine hatte damals auf der Wiese gedreht, wo jetzt der Lebensmittelhandel IRMA ist. Alle Anwohner und Heuer brachten Roggen und unterhielten sich beim Rhythmus der Maschinen. Jetzt geht er zu IRMA und kauft dort für eine Woche ein. Seine Mutter brauchte nur Zucker, Kaffee, Tee und manchmal auch Reis. Alles andere war ja auf dem Hof erhältlich. Wichtig war, dass man immer gute Kartoffeln hatte, denn von ihnen ernährten sie sich hauptsächlich.