




Milchviehbetrieb
Am Parkplatz lag ein Bauernhaus, das erst in diesem Millenium abgerissen worden ist. Bis dahin hatten der alte Bauer und seine Frau noch auf dem Hof gelebt, wo Haselnuss-, Apfelbäume und zwei große Kastanien standen. Der Sohn erzählt von dem Baum hinter dem Schweinestall. Er kann sich noch gut an den Geruch erinnern. Im Stall mästen sie dreißig Schweine. Früher besaßen sie dazu noch mal soviel Rindvieh. Die Milchkühe gingen von Mai bis Oktober jeden Tag auf die Weide und zweimal täglich wurden sie gemolken. Im Sommer stand man um fünf Uhr auf, um die Milchkannen pünktlich für den Molkereiwagen auf den Weg zu stellen. Mittags wurden die Käse- und Butterbestellungen zusammen mit den leeren Kannen zurückgebracht. Bis in die sechziger Jahre ließ es sich hier gut leben. Dieser Hof ist nie modernisiert worden. Später begann man vereinzelt Grundstücke als Bauland zu verkaufen. Das war das Ende der Viehwirtschaft. Wäre die Geschichte anders verlaufen, hätte man hier großräumige offene Stallungen und hundertfünfzig Kühe mit dreifacher Milchleistung. Das Land, auf dem jetzt das Wohnviertel steht, würde man zur Gewinnung von Heu, Getreide und Mais nutzen. Vielleicht hätten die Bauern Käse- und Quarkprodukte produziert und damit deutlich höhere Literpreise für ihre Milch erzielen können. |
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